Amüsantes aus den Akten einer Bußgeldstelle.
Auf kreative Eingaben reagiert Behörde humorvoll aber unbestechlich.
"Tut mir leid. Ich war zu spät und zu blöd (und blond bin ich auch noch)" – mit diesen Worten räumt ein eiliger Autofahrer sein Vergehen gegenüber der Behörde ein. Ein anderer Verkehrssünder hat gleich ein Strichmännchen in den Anhörungs-bogen gemalt, das auf Knien um Gnade bittet.
Zeichnungen und Gedichte - Diese und andere Kuriositäten haben Beamte des Regierungspräsidiums Kassel, bei dem die Zentrale Bußgeldstelle für die Region Nordhessen angesiedelt ist, im Lauf der Jahre zusammengetragen. Darin finden sich rhetorische Highlights wie "Das ist mir unbewusst, so wie ich mir erinnern kann, habe ich mir den Verkehr angepasst", Blitzerfotos von einem Schäferhund und auch Gereimtes: "Ich fuhr zu schnell, welch ein Schlamassel! / Mein Führerschein muss jetzt nach Kassel ..."
Reimende Sachbearbeiter - Eingaben wie diese rufen auch das dichterische Talent manch eines Sachbearbeiters wach, wie diese behördliche Antwort belegt: "Es tut mir leid und fällt mir schwer / doch Klagen helfen hier nichts mehr. / Ein Bußgeld hab' ich nun erteilt, / weil Sie sich haben so beeilt ..." Nicht überliefert ist hingegen die Antwort der Behörde an einen Temposünder, der – sprachlich nicht ganz sauber aber in der Sache durchaus zutreffend – beanstandet, dass die meisten Verkehrsschilder nachts unbeleuchtet bleiben: "Sie tauchen aus den Dunkel auf, um sofort wieder zu verschwinden!"
Sammlung im Internet - Die Kasseler Behörde hat solche "Vorgänge" abseits des Verwaltungsalltags auf ihrer Website in anonymisierter Form zusammen-gestellt. Die Sammlung soll künftig noch ausgebaut werden, kündigte Michael Conrad, beim Regierungspräsidium für die Pressearbeit zuständig, gegenüber heise Autos an. Dass eine Behörde ein solches Kuriositätenkabinett überhaupt öffentlich zugänglich macht, scheint eine Ausnahme in der deutschen Ämterlandschaft zu sein: So ergaben unsere Nachfragen bei den Innenministerien der bevölkerungsreichen Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Bayern, dass dort keine vergleichbaren Veröffentlichungen bekannt sind. Hingegen greifen die Pressestellen der örtlichen Polizei abseits der Meldungen über Verbrechen und Unglücksfälle gelegentlich auch Themen auf, die zum Schmunzeln anregen. Zum Beispiel fragt sich seit dem Zweiten Advent die Polizei in Dortmund, nachdem sie ein herrenloses Zweirad der "außergewöhnlichen Art mit Alles" gefunden hatte: "Fährt der Nikolaus Fahrrad? – Polizei sucht Besitzer."
Humor in der Bussgeldstelle: Regierungspräsidium Kassel - Verkehr - Humor in der Bußgeldstelle
Quelle: © heise Autos - News, Tests, Technik, Service rund ums Auto | heise Autos


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