Todesfalle Motorrad
Jedes Jahr sterben auf deutschen Straßen mehr als 600 Menschen bei Motorradunfällen. Das Gerücht, Biker seien Raser, hält sich hartnäckig. Tatsächlich sind Motorradfahrer oft sehr schnell unterwegs. Doch Statistiken zeigen auch: Motorradfahrer werden oft zu Opfern, weil andere Verkehrsteilnehmer sie übersehen.
Ein 32-Jähriger Motorradfahrer fährt mit seiner 1000-er Honda in den frühen Abendstunden eines Septembertages auf dem Berliner Ring. Plötzlich gerät das Motorrad ins Schlingern und schleudert seinen Körper unter die Leitplanke. Der Mann knallt gegen einen Pfosten, seine Arme reißen an den Schultergelenken ab. Der Helm fliegt vom Kopf. Das Motorrad wird in mehrere Teile gerissen. Sie fliegen bis zu 140 Meter weit. Die Ermittlungen der Polizei ergeben, dass der 32-Jährige mit einer Geschwindigkeit von fast 200 km/h unterwegs gewesen ist. Wie stark die Kräfte bei einem Aufprall mit dieser Geschwindigkeit sind, haben Crash-Tests der Unfallforschung der Versicherer immer wieder gezeigt. Nach Angaben von Siegfried Brockmann, Leiter der Unfallforschung beim Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), ist das Risiko, bei einem Unfall zu sterben, bei einem Motorradfahrer 14 Mal höher als bei einem Autofahrer: "Das liegt daran, dass er keine Knautschzone hat. Die gesamte Energie wird von seinem Körper abgefangen und wenn man einmal so einen Körper nach einem Unfall gesehen hat, weiß man, dass man so einen Aufprall mit 100 km/h nicht überleben kann", so der Experte.
Doch nicht immer ist überhöhte Geschwindigkeit die Ursache für schwere Motorradunfälle. Und was viele nicht wissen, in der Mehrzahl der Fälle sind Motorradfahrer Opfer. Problematisch ist, dass sie von den Autofahrern übersehen werden. Was das heißt, musste eine Familie aus Gera leidvoll erfahren. Sie hat jahrelang darum gekämpft, dass ihr Sohn nicht als Raser in Erinnerung bleibt. Er starb an seinem 19. Geburtstag bei einem Motorradunfall. Ein PKW hatte ihm im Geraer Stadtgebiet die Vorfahrt genommen. Am Steuer des Fahrzeuges hatte ein Rentner gesessen. Er wollte rückwärts aus einer Einfahrt auf die Hauptstraße fahren und übersah dabei den herannahenden Motorradfahrer. Beim Aufprall wurde der junge Mann äußerlich kaum verletzt. Doch die inneren Verletzungen waren so schwer, dass der Notarzt ihn in ein künstliches Koma versetzen musste. Wenig später verstarb der 19-Jährige an den Folgen des Unfalls. Für die Eltern ein unfassbares Ereignis. Um anderen dieses Leid zu ersparen, wünscht sich das Geraer Elternpaar, dass Autofahrer umsichtiger fahren und das gerade junge Motorradfahrer damit rechnen sollen, dass andere Fehler machen können.
Wiederholung: Mi, 21.04.2010 | 10:48 Uhr
Quelle: http://www.mdr.de



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PN
woran das wohl liegt.????









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