Wer nicht gerne alleine fährt und lieber im Doppelpack fährt (mit Sozius), sollte sich unbedingt bewusst sein, dass somit eine doppelte Verantwortung zu tragen ist! Man beweißt schon ein ziemlich großes Vertrauen zu einem, wenn man sich hinten drauf setzt. Dieses sollte auf keinen Fall missbraucht werden, um zu zeigen, was für ein toller Biker man doch ist und z.B. mit "sportlicher" Fahrweise imponieren zu wollen. Was letztendlich eine Vertrauenskrise auslösen kann. Zudem neigt man in solch einer Situation leicht zur Selbstüberschätzung, was dann auch sehr böse enden kann.
Eines sollte jedem Biker klar sein. Ein Motorrad ist kein Lastesel. Man kann es nicht beliebig beladen (man beachte das zulässige Gesamtgewicht seines Bikes) mit Gepäck, Sozia oder Sozius und erwarten, dass das Bike wie gewohnt reagiert. Gerade beim Bremsen, Beschleunigen und Kurven fahren macht sich dies spürbar bemerkbar.
Bremsen:
Der Bremsweg kann sich erheblich verlängern, weil der Bremsdruck ungewohnt stark sein muß.
Beschleunigen:
Wer eine leistungsschwache Maschine oder gerne schaltfaul fährt, muß mit einem längeren Überholweg rechnen.
Kurven:
Bedingt durch das erhöhte Gewicht lässt sich die Maschine schwieriger in Schräglage bringen und wieder aufrichten. Ebenso ist das Bike träger bei plötzlichen Ausweichbewegungen und federt auch stärker ein.
Wichtig: die Maschine wird anfälliger für Seitenwinde, durch die vergrößerte Seitenfläche!
Grundregeln:
Vor einer Tour mit viel Gepäck, erst einmal einen Blick in den Kfz- Schein werfen, um die Zuladung seines Motorrades zu errechnen. Denn ein Bike ist schnell überladen!
Auch die Maschine muss auf das zusätzliche Gewicht umgestellt werden:
- Erhöhen der Federspannung ggf. auch Dämpfung
- Den Luftdruck der Reifen erhöhen (siehe Bedienungsanleitung) meist sind es ca 0,2 bar
- Evtl. den Scheinwerfer korrigieren
Das Gepäck kann in Tankrucksäcken (beste Beladungszone), Seitentaschen/koffern und Gepäckträger (nur leichtes Gepäck wegen der Straßenlage) verstaut werden. Dort gilt gleichermaßen: die schweren nach unten und die leichten Sachen nach oben packen.
Plant man mit Sozius zu fahren, so sollte man ihn unbedingt vor der Fahrt einweisen.
Er, oder sie sollte genau wissen auf was man zu achten hat:
Der Sozius sollte sich an den Hüften des Fahrers festhalten (besser noch um den Hüften). Somit lässt es sich beim Beschleunigen besser festhalten und beim Bremsen sich leichter am Tank abstützen. Beim Kurven fahren gilt es, eine Einheit zu bilden.(Sozius und Fahrer nehmen die gleiche Schräglage ein).
Tipp: Verständigung während der Fahrt durch Klopfzeichen erspart man sich durch die Investition einer dafür speziellen Gegensprechanlage.
Das Mitnehmen von Kinder
Wie man in einem Auto Kinder sicher transportiert ist im allgemeinen, mehr oder weniger, jedem bekannt. Schwieriger wird es da schon auf einem Motorrad.
Der Gesetzgeber hält in diesen Fall den Paragraphen 35a mit dem Absatz 9 der StVO bereit. Der besagt, dass Kinder unter sieben Jahren einen speziell dafür vorgesehenen Sitz haben müssen, der sicherstellt, dass die Füße sicher untergebracht sind und nicht in die Räder geraten. Aber auch eine Festhaltemöglichkeit muss gegeben sein.
Ab sieben Jahren ist die nicht mehr zwingend notwendig, insofern die Füße sicher auf den Stützen stehen.
Die körperlich und geistige Reife eines Kindes sollte für verantwortungsbewusste Eltern jedoch dabei eine große Rolle spielen. Da schließlich auch sie das richtige Soziusverhalten begreifen und erlernen müssen.
Tipps:
Neben dem Sicherheitsaspekt sollte auch die Wärme einer Motorradbekleidung beachtet werden, da ihre Körper viel schneller auskühlen als der eines Erwachsenen.
Hier ist die Anschaffung einer Gegensprechanlage sogar sehr empfehlenswert. Da gerade die Kleinen ein großes Mitteilungsbedürfnis haben und man sie auf ein eventuelles Fehlverhalten sofort hinweisen kann.
Es versteht sich ja von selbst, dass man gerade mit Kindern es langsam und ruhig angehen muss, besonders mit dem Gas. Dies sollte evtl. erst mal auf einen großen leeren Platz geübt werden. Die Konzentration eines Kindes lässt auch viel schneller nach als bei einem Erwachsenen. Da genügt schon ein kurzes Zuwinken eines Bekannten am Straßenrand oder das Zeigen und Deuten einer entdeckten Sehenswürdigkeit und das Festhalten an Papa ist vorbei. Deshalb sollte unbedingt bei längeren Fahrten öfter Pause gemacht werden.
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