Tipps zum Thema Abdeckplanen
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Nach der Fahrsaison kommen viele Motorräder und Roller unter die Haube. Da es beim Überwintern der Maschine allerdings große Unterschiede zwischen Freiluft, Garage oder Keller gibt, hat der ADAC die wichtigsten Tipps zum Thema Abdeckplanen für drinnen und draußen sowie Alternativen zusammengestellt.
Wer für sein Schätzchen auf zwei Rädern keinen kuscheligen Garagen- oder Kellerplatz für die kalte Jahreszeit hat, der sollte für das „Überwintern“ an der frischen Luft einige Vorsorge treffen und seine Maschine wirklich gut einpacken. Abdeckplanen, die auch Falt-Garagen oder neudeutsche „Bike-Homes“ genannt werden, gibt es im Fach- und Versandhandel in großer Menge und zu Preisen zwischen 30 und 150 Euro. Doch die Qualitätsunterschiede sind nicht immer nur an den unterschiedlichen Kosten abzulesen.
Will man unliebsame Überraschungen vermeiden, sind die Tests der Fachzeitschriften in Sachen Nutzen, Anwendung und Lebensdauer hilfreich. Generell gilt, wer etwas mehr investiert fährt besser: Einfache Plastikhüllen (ab 10 Euro) können zwar vor Nässe schützen, reißen aber sehr leicht und können auf den Lack unter Umständen wie Schmirgelpapier wirken.
Lackschonende Innenseite
Eine lackschonende Beschichtung der Innenseite verhindert dagegen, dass das Motorrad leidet, wenn die Plane sich verschiebt. Da im Freien mit Wind zu rechnen ist, müssen solche Überzieher zudem auch hohe Windkräfte und selbst kletternde Tiere wie Katzen aushalten können. Wichtig ist neben der möglichst genauen Passform auch die individuell verstellbare Befestigung am Bike. Je größer desto stärker flattert die Plane und scheuert deswegen auch mehr. Und Reiß- oder Bruchstellen entstehen zielsicher dort, wo sie sich am meisten bewegen kann und an exponierten Stellen wie Lenkerenden hängt.
Vorsicht bei Feuchtigkeit
Auf die Werbeversprechen der „Atmungsaktivität“ der Hüllen sollte nach Erkenntnissen aller Tests nicht gänzlich vertraut werden: Ein Freiraum von gut fünf Zentimetern zum Boden erhöht die Chance des Luftaustausches, um der Kondenswasserbildung entgegen zu wirken. Soll es unter der Abdeckplane auch nach längeren Standzeiten trocken bleiben, empfehlen die ADAC-Experten eine Kombination von regelmäßigem „Lüften“ – also Plane an trockenen, windigen Tagen abnehmen – und dem Einsatz eines Luftentfeuchters. Solch ein Sack wird unter die Plane an den Lenker gehängt und wirkt als eine Art von Magnet für Feuchtigkeit: Er kann rund einen Liter Wasser aufnehmen. Zum Trocknen kann er einfach über die Heizung gehängt oder in den Backofen gelegt werden. Weil er danach wieder verwendbar ist, lohnen sich die 15 Euro Anschaffungspreis.
Apropos Feuchtigkeit: Es sollte sich von selbst verstehen, dass die Maschine nach Ende der Saison nur gut gewaschen und völlig trocken unter die Haube kommt. Obwohl viele Planen hitzebeständig sind, sollte das Einpacken auch ohne heißen Auspuff, Krümmer oder Motorblock geschehen. Frisch lackierte Teile sollten ebenfalls nicht unter die Plane: Lösungsmittel dünsten noch monatelang aus und können die Hülle wie das Gefährt beschädigen. Das gilt auch für chemische Konservierungssprays. Obwohl heute an vielen Motorrädern Aluminium und Plastik dominieren, sollten gefährdete Teile wie Schwingenlager, Radlager, Achse, Teile der Bremse, der Federung und des Antrieb aber entsprechend gefettet werden.
Alternative Klapp-Garage
Fürs Winterlager an der Luft gibt es für rund 300 Euro eine bedenkenswerte Alternative, falls Platz auf dem eigenen Grundstück vorhanden ist. Eine wirkliche Faltgarage, die unter dem Namen „Motodome" angeboten wird. Die knapp 20 Kilogramm schwere Stahlrohr-Konstruktion ist mit einem beschichteten Gewebe bespannt und wird über Dübel im Boden verankert. Große Belüftungshutzen sorgen für Luftaustausch und verhindern Schwitzwasserbildung. Diese Klapp-Garage sollte allerdings an windgeschützten Orten und im Schatten installiert werden.
Abdeckung in der Garage
Wer sein Motorrad in der Garage voll getankt, gesäubert und geschmiert zur Überwinterung aufgebockt, sollte es ebenfalls abdecken. So ist es vor unbeabsichtigten Kratzern durch Gegenstände, vor allem aber gegen Staub geschützt. Weil es in geschlossenen Gebäuden keinen Niederschlag gibt, müssen Planen für innen nicht wasserdicht beschichtet sein und auch keine hohen Windkräfte aushalten. Da es drinnen aber wenig Luftbewegung gibt, sollten Abdeckplanen für innen keine Feuchtigkeitssperre darstellen, sonst leidet das Motorrad ebenfalls.
Wer besonders vorsorgen will oder ein Oldtimer-Schätzchen länger stilllegt, der greift zu einem luftdicht zu verschließende Überzieher mit VCI für rund 60 Euro. Das Kürzel steht fürs den englischen Begriff „volatile corrosion inhibitor“, also flüchtige Korrosions-Hemmer. Der gasförmige Rostschützer baut eine Schutzatmosphäre auf, in der alle Metallteile bis zu zwei Jahre lang rostgeschützt sind. Durch einen Dose neuen VCI-Emitters (von 15 bis 20 Euro) kann der Schutz jeweils verlängert werden. Nach der Öffnung verflüchtigt sich das Mittel und bildet keine Rückstände auf der Maschine.
Die Folie kann übrigens auch im Freien angewendet werden, nur muss dann eine zusätzliche Outdoor-Abdeckplane verwendet werden: UV-Strahlung zerstört die VCI-Stoffe und eine solche Corrodom-Haube ist zudem nicht so strapazierfähig wie eine Standardplane.
Quelle: ADAC


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