Erste Reaktion auf die E10-Verweigerung der Autofahrer: Nach den massiven Absatzproblemen mit dem neuen Biosprit E10 wird die bundesweite Einführung vorläufig gestoppt. Das sagte der Hauptgeschäftsführer des Mineralölwirtschaftsverbandes (MWV), Picard, der Deutschen Presse-Agentur. Der ADAC begrüßte die Entscheidung der Ölkonzerne. Scharfe Kritik am Vorgehen der Branche übte dagegen die Bundesregierung. Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) will jetzt einen Benzin-Gipfel einberufen.
Zu viele Autofahrer verweigern E10
Nach Branchenangaben werden vorerst keine weiteren Raffinerien auf die Produktion des neuen Treibstoffs umgestellt. "Das System platzt sonst", sagte Picard mit Blick auf Versorgungsengpässe bei anderen Benzinsorten wie etwa Super Plus, die wegen des Käuferstreiks bei E10 verstärkt getankt werden.
Die Hälfte der Tankstellen in Deutschland führt bereits E10
Bisher wurde E10 bei knapp der Hälfte der bundesweit 15.000 Tankstellen eingeführt - vor allem im Osten und Süden des Landes. Nach den Angaben von Picard solle zunächst abgewartet werden, ob die Verbraucher den Sprit in den kommenden Tagen annehmen. Erst dann könne E10 in den restlichen Regionen Deutschlands eingeführt werden.
Appell an Autofahrer: Tankt bitte E10
Mit einem eindringlichen Appell an die Autofahrer hatte die Mineralölwirtschaft noch am Mittwoch zum Umstieg auf den neuen Bio-Supersprit E10 aufgerufen. Nach neuen Berechnungen vertragen 93 Prozent der in Deutschland angemeldeten Autos E10, von den deutschen Fabrikaten sogar 99 Prozent.
Brüderle will E10-Gipfel
Wegen des E10-Hickhacks muss sich die Mineralölbranche nun harsche Kritik aus Berlin gefallen lassen. "Das Durcheinander, das die Mineralölwirtschaft hier veranstaltet, ist nicht akzeptabel", sagte Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU). Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) sprach von einem "Trauerspiel" und einer "miserablen Informationspolitik".
Brüderle kündigte ein "zeitnahes" Treffen mit der Industrie an, bei dem sie über den Stand der Entwicklung und über ihre Pläne zum weiteren Vorgehen berichten könne. "Fakt ist, dass die Verbraucher völlig verunsichert sind", sagte Brüderle. Er halte es "daher für entscheidend, dass die Beteiligten, insbesondere die Automobil- und die Mineralölwirtschaft, die Atempause bei der Umstellung auf E10 nutzen, um bei den Verbrauchern für absolute Klarheit zu sorgen".
Hinweis auf Liste der DAT unzureichend
Aus Sicht von Bauernpräsident Gerd Sonnleitner ist die Branche selber mit schuld daran, dass es so viele E10-Muffel gibt. Es sei kein Wunder, dass viele Autofahrer nicht wüssten, ob ihr Auto E10 verträgt, erklärten er und der Chef des Bundesverbands der deutschen Bioethanolwirtschaft, Norbert Schindler. "Der Verweis auf die nur im Internet verfügbare E10-Verträglichkeitsliste der Deutschen Automobil Treuhand DAT ist für die Verbraucherinformation völlig unzureichend."
E10: Ethanol aus Weizen, Rüben und Mais
Für Landwirte ist die Kraftstoffbranche ein Geschäftsfeld: Die zehn Prozent Ethanol in E10 werden etwa aus Weizen, Rüben oder Mais gewonnen. Auch dem herkömmlichen Super und Super Plus werden Bio-Ethanol beigemischt, jedoch nur fünf Prozent. Daher heißen die alten Spritsorten auch E5.
Mineralölwirtschaftsverband drohen Strafzahlungen
Bleibt E10 ein Ladenhüter, drohen der Branche Strafzahlungen. Falls sich nichts ändert, hat der MWV seine Marschrichtung bereits festgelegt: Die Branche droht, auf E10 ganz zu verzichten und wieder verstärkt die herkömmlichen Sorten Super und Super Plus in den gewohnten Mengen herzustellen. Weil sie die Vorgaben der Politik dann nicht erfüllen würde, wären Strafzahlungen die Folge. Bei jedem statt E10 verkauften Liter sind dies bei Super Plus mit fünf Prozent Ethanol zwei Cent. Zahlen müssten das wohl die Autofahrer - denn die Strafe könnte auf den Preis aufgeschlagen werden.
Quelle : t-online
Meine Meinung Richtig so...!!!!!!!!!!!!!!!
Mfg
Maik


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